Medoc Blog

Dieser Blog wird im Original von Medoc betrieben. Wir übersetzen hier ausgewählte Auszüge ins Deutsche.

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27.06.20

Beeinflusst die Geschlechtsidentität den Schmerz?

Zwischen Männern und Frauen sind Unterschiede in der Schmerzerfahrung, der Schmerzverarbeitung und der Prävalenz chronischer Schmerzen bekannt. Die Forschung zeigt, dass Frauen schmerzempfindlicher und anfälliger für chronische Schmerzzustände wie Migräne und Fibromyalgie sind. Weniger ist darüber bekannt, wie die Geschlechtsidentität die Schmerzwahrnehmung beeinflusst. Strath et al. (2020) untersuchten die Schmerzempfindlichkeit afroamerikanischer Menschen, die mit HIV leben und an chronischen Schmerzen leiden. Drei altersgleiche Gruppen wurden verglichen: cisgender Frauen (CW), cisgender Männer (CM) und transgender Frauen (TW).

Die quantitative sensorische Prüfung bestand aus Tests zu Hitzeschmerzschwellen, Hitzeschmerztoleranz und Hitzereizen zur „temporal summation of heat“ (heat TS) mit Medoc's TSA-II. Taktile Testungen „mechanical temporal summation“ (mechanical TS) wurden mit Monofilamenten durchgeführt. Konditionierte Schmerzmodulation der Druckschmerzschwelle (PPT) wurde durch Medoc's AlgoMed als Testreiz und Kältereizen als Konditionierung durchgeführt.

Die Schwellenwerte für Hitzeschmerz und Hitzeschmerztoleranz unterschieden sich zwischen den Gruppen nicht signifikant. Bei der heat TS, bestehend aus fünf kurzen Stimuli von 46 Grad, unterschied sich das Delta der Schmerzbewertungen zwischen den Stimuli nicht zwischen den Gruppen. Interessanterweise waren die Schmerzbewertungen aller Stimuli über die gesamte Serie bei TS sowohl bei CW als auch bei TW im Vergleich zur CM signifikant höher. Es gab keinen signifikanten Unterschied in den Schmerzbewertungen bei TS zwischen CW und TW. Darüber hinaus war die mechanische TS bei TW größer als bei CW und CM. Es gab keine Unterschiede zwischen den Gruppen bei PPTs oder bei der CPM-Wirksamkeit.

Diese Befunde weisen auf eine dominante Rolle der Geschlechtsidentität vor dem biologischen Geschlecht bei der Schmerzerfahrung hin. Dies sollte bei der Behandlung von Patienten mit chronischen Schmerzen berücksichtigt werden.

Quelle:

Strath, L. J., Sorge, R. E., Owens, M. A., Gonzalez, C. E., Okunbor, J. I., White, D. M. and Goodin, B. R. (2020) Sex and Gender are Not the Same: Why Identity Is Important for People Living with HIV and Chronic Pain.

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27.05.20

Anhaltende Beckenschmerzen, die nicht nur den Beckenbereich betreffen

Anhaltende Beckenschmerzen können zu weitreichenden physischen, psychischen und sogar wirtschaftlichen Belastungen für den Patienten und die Gesellschaft führen. Ein Teil der anhaltenden Beckenschmerzen können auf das Bestehen einer Endometriose zurückgeführt werden, einer Erkrankung, bei der sich Endometriumzellen, die die Gebärmutter auskleiden, außerhalb der Gebärmutter befinden.

In einer schwedischen Studie, die im vergangenen Jahr veröffentlicht wurde, untersuchten Forscherinnen und Forscher, ob Patientinnen mit anhaltenden Beckenschmerzen, mit oder ohne bestätigte Endometriose, im Vergleich zu gesunden Kontrollpersonen sensibilisiert waren (Grundström et al. 2019).

Die thermische quantitative sensorische Prüfung (QST) wurde mit dem TSA-II von Medoc durchgeführt. Wärme- und Kälteschmerzschwellen wurden am unteren Rücken, an der Mittellinie des Abdomens, am Unterbauch und am Unterschenkel als Referenzstelle durchgeführt. Weitere Messgrößen waren die Druckschmerzschwelle, die Lebensqualität (SF-36) und Fragebögen zu Depressionen und Angstzuständen (HADS).

Insgesamt nahmen 97 Frauen an der Studie teil. Von diesen litten 37 an anhaltenden Beckenschmerzen, darunter 13 mit bioptisch nachgewiesener Endometriose.

Frauen mit anhaltenden Beckenschmerzen haben unabhängig von der Untersuchung der Endometriose durch eine Biopsie eine signifikant niedrigere Schmerzschwelle an allen untersuchten Stellen, einschließlich des dominanten Unterschenkels.

Es gab auch eine statistisch signifikante negative Korrelation zwischen der Schmerzdauer und den Schmerzschwellen bei den Patientinnen mit anhaltenden Beckenschmerzen. Je länger die Schmerzen vorhanden waren, desto niedriger waren die Schmerzschwellen.

Interessanterweise waren bei den Patientinnen die Hitze- und Kälteschmerzschwelle signifikant mit der körperlichen Schmerzdimension im SF-36 korreliert, während die Kälteschmerzschwelle signifikant mit der Depressionssubskala des HADS korreliert war.

Diese Ergebnisse verknüpfen selbstberichtete Schmerzen und Schmerzdauer mit messbaren thermischen Schwellenwerten, was auf die Bedeutung und die Verwendbarkeit der QST bei der klinischen Schmerzbehandlung schließen lässt.

Quelle:

Hanna Grundström, Björn Gerdle, Siw Alehagen, Carina Berterö, Lars Arendt‐Nielsen and Preben Kjølhede. (2018) Reduced pain thresholds and signs of sensitization in women with persistent pelvic pain and suspected endometriosis.

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20.05.20

Sind negative neurologische Anzeichen tatsächlich ein Hinweis auf postoperative Schmerzen?

Eine der Komplikationen von chirurgischen Eingriffen ist die Entwicklung von persistierenden postoperativen Schmerzen. Das Ausmaß des chirurgischen Eingriffs, die Neigung zur Dramatisierung des Schmerzes durch den Patienten und die vorherige Schmerzanamnese können zur Entstehung von persistierenden postoperativen Schmerzen beitragen. Quantitative sensorische Tests (QST) können die Chance einer Person, persistierende postoperative Schmerzen zu entwickeln, vorhersagen [1].

In einer kürzlich von Ghandi et al. von der McGill-Universität in Montreal durchgeführten Studie wurden Daten von Patienten erhoben, die sich einer teilweisen oder vollständigen Lungenresektion durch eine posterolaterale Thorakotomie unterzogen haben. Ziel der Studie war es, auf Grundlage von QST zu ermitteln, bei wem ein Risiko für die Entwicklung von persistierenden postoperativen Schmerzen besteht. Außerdem wurde der Verlauf des Auftretens und der Auflösung einer Neuropathie nach der Operation verfolgt.

Die Patienten wurden vor der Operation und bis zu sechs Monate lang nach der Operation jeden Monat an der Operationsstelle mit QST getestet. Die meisten Patienten hatten unmittelbar nach dem Eingriff Schmerzen an der Operationsstelle. Die thermische QST mit dem TSA-II von Medoc zeigte jedoch Anzeichen eines Funktionsverlusts der Nerven über den Zeitraum der Studie: Einige Patienten wurden an der Operationsstelle weniger empfindlich für Kälte-, Wärme- und Hitzeschmerzen.

Die Hauptfaktoren, die den persistierenden postoperativen Schmerzen vorhersagten, waren Schlafstörungen, Angstzustände und vor der Operation auftretende neuropathische Schmerzsymptome. Die Autoren konzentrierten sich jedoch neben den psychologischen Faktoren auch auf die Untersuchung mit QST. Die thermische QST war einer der Indikatoren, der zwischen Patienten mit und ohne anhaltende postoperative Schmerzen unterscheiden konnte. Etwa drei Viertel der Patienten hatten sechs Monate nach der Operation wenig bis keine Schmerzen. Die meist schmerzfreien Patienten hatten nach sechs Monaten mehr negative sensorische Anzeichen nach der Operation, wie z.B. eine verminderte Empfindlichkeit gegenüber Wärme- und Kälteerkennung und Hitzeschmerzen, als diejenigen, die mäßige Schmerzen hatten und wenig bis keine sensorischen Defizite aufwiesen.

Zusammenfassend lässt sich überraschenderweise sagen, dass thermosensorische Defizite nach der Operation typischer für diejenigen sind, die langfristig nicht unter persistierenden postoperativen Schmerzen leiden werden.

Quelle:

[1] Yarnitsky D, Crispel Y, Eisenberg E, et al. (2008) Prediction of chronic post-operative pain: pre-operative DNIC testing identifies patients at risk.

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03.04.20

Können quantitative sensorische Tests Informationen über die Empfindlichkeit von Verbrennungsnarben liefern?

In der ersten Februarwoche 2020 fand in den USA die jährliche National Burn Awareness Week statt, die unter dem Motto "Kontaktverbrennungen - Heiße Oberflächen beschädigen die Haut" stand.

Gesunde Haut ist lebenswichtig. Als größtes Organ des Körpers mit einer Oberfläche von bis zu 2 m2 bei Erwachsenen dient die Haut als physische Barriere gegen bakterielle, virale und chemische Stoffe. Sie bietet Wärmeisolierung und Temperaturregulierung durch Haare, Fettschichten und Schweißdrüsen.

Wichtig ist, dass sie in ihrem Inneren Nervenenden enthält, die es uns ermöglichen, die Welt um uns herum zu spüren: von sanften Berührungen und weichen Umarmungen bis hin zu Kratzern, Bissen und Schlägen.

Leider ist die Haut auch das Hauptorgan, das bei Verbrennungen geschädigt wird. In Anbetracht der Tiefe der Hautschädigung, der Oberfläche und der betroffenen Körperregion können Personen unterschiedlich starke Nervenschäden erleiden, die über die Genesung hinausgehen können. Dies wiederum kann sich entweder als Gefühlsverlust bei sanften oder schmerzhaften Reizen oder umgekehrt in einer erhöhten Empfindlichkeit des verbrannten Bereichs ausdrücken.

In ihrem 2019 erschienenen Artikel "Sensory change patterns in burned patients" untersuchten Dr. Tirado-Esteban und Kollegen Muster von Nervenschäden in der Haut von Verbrennungspatienten. Die Autoren nutzten quantitative sensorische Tests (QST) - Tests, die Informationen über die Beziehung zwischen Stimulation und Wahrnehmung liefern sollen -, um den Vergleich zwischen dem betroffenen und dem kontralateralen, nicht betroffenen Bereich mit Hilfe von Kälte, Wärme und mechanischen Reizen durchzuführen. Die thermischen Tests wurden mit einem TSA-II-Gerät von Medoc durchgeführt. Die mechanischen Reize wurden mit von-Frey-Filamenten von MRC Systems gesetzt.

Im Vergleich zur nicht betroffenen Seite war der Ort der Verbrennung (im Durchschnitt) weniger empfindlich bei der Erkennung von nicht schmerzhafter Hitze, Kälte und Berührung. Merkwürdigerweise blieb die Schmerzempfindlichkeit für Kälte und Wärme unbeeinflusst. Die Autoren kommen zu dem Schluss, dass dies ein Hinweis auf eine sensorische Störung bei Verbrennungspatienten sein könnte, und die QST ist ein nützliches Instrument zur Erkennung und Überwachung der Empfindlichkeit bei diesen Patienten.

Diese Ergebnisse rechtfertigen weitere Untersuchungen darüber, wie sich Nervenfasern regenerieren und wie die Empfindung wiederhergestellt wird - von der anfänglichen Verletzung bis zur vollständigen Heilung.

Quelle:

Tirado-Esteban, A., Seoane, J. L., Domènech, J. S., Aguilera-Sáez, J. and Barret, J. P. (2019) Sensory alteration patterns in burned patients. Burns.

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20.01.20

Kann ein Glas Wein Schmerz lindern?

Medocs Pathway CHEPS wurde in einer kürzlich veröffentlichten Studie von Horn-Hofmann et al. (2019) verwendet, um die Schmerzmodulation unter dem Einfluss von Alkohol bei gesunden Probanden zu untersuchen.

Dabei wurden Hitzereize zur temporal summation of heat („heat TS“) und für CPM (conditioned pain management) eingesetzt. Die Stimulationsintensität der Hitzereize wurde auf +3 °C über der Schmerzschwelle eingestellt, und ein Warmwasserbad von 46 °C wurde als Konditionierungsreiz genutzt.

Die Teilnehmer wurden vor und nach dem Trinken von entweder Placebo oder einer niedrigen oder höheren Dosis Alkohol den thermischen Tests unterzogen. Die Ergebnisse zeigen, dass die CPM-Hemmung in den alkoholisierten Gruppen im Vergleich zur Placebo-Gruppe erhöht war. Eine höhere Alkoholdosis führte zu einem erhöhten CPM-Effekt. Die Reaktionen auf „heat TS“ waren dagegen nach der Einnahme von Alkohol unverändert.

Die schmerzstillende Wirkung von Alkohol scheint durch eine verstärkte Wirkung der hemmenden Bahnen und nicht durch eine Einschränkung der erregenden Bahnen bedingt zu sein.

Schmerzen mit Alkohol auf lange Sicht zu lindern, wird jedoch nicht empfohlen, da Alkohol eine ganze Reihe neuer Probleme mit sich bringen würde.

Quelle:

Horn-Hofmann, Claudia, Eva Susanne Capito, Jörg Wolstein and Stefan Lautenbacher. (2019) Acute alcohol effects on conditioned pain modulation, but not temporal summation of pain.

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28.11.19

Menschen, die mit HIV leben, zeigen eine veränderte zentrale Schmerzverarbeitung

Owen et al. fanden in ihrer Studie heraus, dass die konditionierte Schmerzmodulation bei Menschen mit HIV (persons living with HIV, PLWH) im Vergleich zu einer gesunden Kontrollgruppe ineffektiv ist.

Es wurden drei Gruppen verglichen: PLWH mit chronischen Schmerzen, PLWH ohne chronische Schmerzen und eine gesunde Kontrollgruppe. Die Schmerzmodulation wurde mit mechanischer Stimulation (mechanical temporal summation, TS), mit Hitzereizen (temporal summation of heat, heat TS) bei drei verschiedenen Temperaturen (46, 48 und 50°C) sowie mit CPM (conditioned pain management) mit Druckschmerzschwellen als Teststimuli und Kältereizen zur Konditionierung untersucht.

Die Autoren fanden heraus, dass die mechanische TS bei PLWH mit chronischen Schmerzen signifikant größer war als bei PLWH ohne chronische Schmerzen und der Kontrollgruppe. Ebenso hatten PLWH mit chronischen Schmerzen auch signifikant höhere wind-ups als die beiden anderen Gruppen bei den Hitzereizen (heat TS) mit Temperaturen von 46 und 48 °C, wenn auch nicht bei 50°C. Interessanterweise zeigten beide Gruppen von PLWH keinen signifikanten CPM-Effekt, während die Kontrollgruppe dies tat. Die Kontrollgruppe unterschied sich signifikant in ihrem CPM-Effekt von beiden PLWH Gruppen.

PLWH mit chronischen Schmerzen zeigten eine signifikante Korrelation zwischen der durchschnittlichen Schmerzstärke und der mechanischen TS. Diese Veränderungen in der Schmerzmodulation können eine Anfälligkeit für die Entwicklung chronischer Schmerzen in PLWH signalisieren, jedoch ist weitere mechanistische Forschung auf diesem Gebiet erforderlich.

Für die CPM-Testreize wurde Medocs AlgoMed verwendet, für die Untersuchungen mit Hitzereizen (heat TS) Medocs TSA-II.

Quelle:

Owens, Michael A., Romy Parker, Rachael L. Rainey, Cesar E. Gonzalez, Dyan M. White, Anooshah E. Ata, Jennifer I. Okunbor, Sonya L. Heath, Jessica S. Merlin and Burel R. Goodin. (2019) Enhanced facilitation and diminished inhibition characterizes the pronociceptive endogenous pain modulatory balance of persons living with HIV and chronic pain.

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19.11.19

Für Veteranen mit Golfkriegskrankheit geht der Schmerz durch den Magen

Die Golfkriegskrankheit (GWI) stellt sich bei der Rückkehr von Veteranen, die im Persischen Golfkrieg gedient haben, durch eine Reihe von Gesundheitssymptomen dar. Darunter werden Schmerzbeschwerden und gastrointestinale (GI) Probleme aufgeführt.

Eine Studie von Zhou et al. aus dem Jahr 2018 verwendete QST und setzte Medocs TSA-II-Gerät ein. Die Studie verglich zwischen Veteranen, die an GWI leiden, mit (GWI+GI)- und ohne GI-Beschwerden sowie gesunden Veteranen. Die experimentellen Schmerztests bestanden aus:

- Hitzeschmerz-Schwellentest (heat pain threshold)
- Kälteschmerz-Schwellentest (cold pressor pain threshold)
- Ischämischer Schmerzschwellentest (ischemic pain threshold)
- Ischämischer Schmerztoleranz-Test (ischemic pain tolerance)

Veteranen mit GWI+GI hatten deutlich niedrigere Hitze- und Kälteschmerzschwellen im Vergleich zu gesunden Veteranen und Veteranen mit GWI, aber ohne GI-Symptomen. Es gab keinen signifikanten Unterschied zwischen gesunden Veteranen und Veteranen mit GWI ohne GI-Symptomen. Für die ischämischen Schmerzschwellen- und Toleranztests erreichten beide GWI-Veteranengruppen ihre jeweiligen Werte vor den gesunden Veteranen. Darüber hinaus korrelierten die durchschnittlichen täglichen Bauchschmerzen bei GWI+GI-Veteranen signifikant mit den experimentellen Schmerzmessungen.

Diese Ergebnisse einer erhöhten Schmerzempfindlichkeit und ihr Zusammenhang mit GI-Symptomen bei GWI-Veteranen können auf die Konvergenz von viszeralen und somatischen Schmerzwegen hinweisen, vermuten die Autoren.

Quelle:

Zhou, Q., Verne, M. L., Zhang, B. and Verne, G. N. (2018) Evidence for somatic hypersensitivity in veterans with Gulf war illness and gastrointestinal symptoms.

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29.7.19

Sind Kopfschmerzen aufgrund fehlender konditionierter Schmerzmodulation (CPM – conditioned pain modulation) häufig?

Diese Frage veranlasste Levy et al., eine Untersuchung der endogenen Hemmungseffizienz bei innerhalb und außerhalb liegenden Trigeminus-Bereichen in Gesicht, Hals und Arm durchzuführen. Zwei TSA-Geräte wurden verwendet, um einen thermischen Test und eine Konditionierungsstimulation in diesen Bereichen zu ermöglichen. CPM wurde in drei verschiedenen Bereichen getestet.

1) Stirn (V1) und Wange (V3)

2) Wange und Hals (C4)

3) Hals und Arm (C7)

Zusätzlich wurden die räumliche (SSP – spatial summation of pain) und die zeitliche Schmerzsummation (TS – termporal summation) in allen Bereichen getestet.

Interessanterweise erwies sich die Stirn als am wenigsten empfindlich für Hitzeschmerzen, sodass hierfür die höchste Temperatur erforderlich war, um eine Schmerzbewertung von VAS 5-6 zu erreichen. Die einzige Konfiguration, die eine signifikante CPM-Reaktion erzeugte, war die Hals- und Arm-Konfiguration, an der keine der Trigeminusstellen beteiligt war. An allen vier Stellen wurde eine räumliche Schmerzsummation ausgelöst, und die anschließende Analyse zeigte, dass im Vergleich zu den anderen Regionen an der Stirn eine geringere räumliche Schmerzsummation stattfand. Die zeitliche Summe der Schmerzen unterschied sich nicht signifikant zwischen den Bereichen.

Diese Studie zeigte eine ineffiziente Schmerzmodulation bei Trigeminus im Vergleich zu Bereichen außerhalb des Trigeminus. Diese Ergebnisse könnten auf einen möglichen Faktor in der Ätiologie von Schmerzsyndromen hindeuten, die den Trigeminusbereich betreffen.

Quelle:

Levy D, Abdian L, Dekel-Steinkeller M and Defrin R. (2018) Experimental evidence for weaker endogenous inhibition of trigeminal pain than extra-trigeminal pain in healthy individuals.

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18.6.19

Ist eine Polyneuropathie reversibel?

Patienten mit einer Polyneuropathie im Zusammenhang mit einer glykämischen Störung oder einem metabolischen Syndrom (GDMS) wurden in dieser Pilotstudie von Ng Wing Tin et al. mit dem TSA-Gerät von Medoc untersucht. Die Patienten wurden nach dem Zufallsprinzip entweder zu Standardbehandlungen mit Empfehlungen zum Lebensstil eingeteilt oder zu Coaching-Behandlungen mit einem wöchentlichen Anruf des Arztes, bei dem die Einhaltung der Empfehlungen überwacht und gefördert wurden. Die Patienten wurden zu Studienbeginn und nach drei Monaten untersucht. Das kombinierte Ergebnis sensorischer neurophysiologischer Maßnahmen verbesserte sich nur für die Coaching-Behandlung mit wöchentlichem Anruf, auch wenn sich die Blutwerte nicht verbesserten. Dies kann möglicherweise durch die Tatsache erklärt werden, dass einige Eigenschaften von GDMS mit Mechanismen wie oxidativem Stress, Entzündung und Mikrovaskulopathie zusammenhängen, die die Nervenfunktion beeinträchtigen und sich sofort ändern können.

Quelle:

Sophie Ng Wing Tin, Hela G. Zouari, Samar S. Ayache, Anne-Isabelle Tropeano, Christiane Ajzenberg, Jora Xhaxho, Abir Wahab, Jean-Pascal Lefaucheur and Alain Créange. (2019) Coaching of lifestyle recommendations improves sensory neurophysiological parameters in neuropathies related to glycemic disorder or metabolic syndrome. A pilot study

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